Ein Blick unter die Wasseroberfläche
Unsere letzte Station führt uns nach Pfarrweisach. Hier mündet die Weisach in die Baunach. Vom Aussichtsturm fällt der Blick auf den Zusammenfluss der beiden Gewässer. Informationstafeln erzählen von Bibern, Flüssen und den Lebensräumen am Wasser.
Doch jetzt bleiben wir nicht am Ufer stehen.
Wir wollen wissen, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt.
Kescher statt Fernglas.
Wathose statt Wanderschuhe.
Gemeinsam steigen wir ins Wasser.
Dem Bach auf den Grund gehen
Was zunächst nach einer einfachen Bachbegehung aussieht, ist Teil einer wissenschaftlich anerkannten Methode zur Gewässerbewertung.
Gemeinsam untersuchen wir die Lebensgemeinschaft des sogenannten Makrozoobenthos – also jener wirbellosen Tiere, die am Gewässergrund leben und mit bloßem Auge erkennbar sind. Dazu gehören unter anderem Insektenlarven, Bachflohkrebse, Schnecken, Muscheln oder Würmer.
Sie verraten viel über den Zustand eines Fließgewässers.
Schon nach kurzer Zeit entdecken wir die ersten Bachflohkrebse sowie Libellenlarven.
Beides sind gute Zeichen.
Sie weisen darauf hin, dass das Gewässer einen wertvollen Lebensraum bietet.
Ein besonderer Ort
Nach der Beprobung kehrt Ruhe ein.
Wir steigen aus dem Wasser und blicken noch einmal über den Zusammenfluss von Weisach und Baunach.
Hier wird sichtbar, wie vielfältig und lebendig unsere Fließgewässer sein können, wenn sie Raum bekommen. Zwischen Wasser, Ufer und Auen entsteht ein Lebensraum, in dem unzählige Tier- und Pflanzenarten miteinander verbunden sind.
Ein Ort, der zeigt, wie eng Natur und Wasser zusammengehören
Eine Schwalbe als Erinnerung
Bevor wir uns verabschieden, holt Kerstin noch eine kleine Überraschung hervor.
Sie überreicht mir eine gefaltete Schwalbe aus Papier.
Die Schwalbe gehört zu den Arten, die Kerstin besonders am Herzen liegen. Sie steht für Bewegung, für den Wechsel der Jahreszeiten und für eine lebendige Kulturlandschaft.
Während wir die Heimreise antreten, begleitet uns nicht nur die kleine Schwalbe.
Es sind die Begegnungen, die bleiben: der trockene Mühlgraben in Schweinshaupten, die Goldammer am Wegesrand, der Feldschwirrl im hohen Gras, der Biberdamm im Mühlbach und die verborgene Welt unter der Wasseroberfläche.
Vor allem aber bleiben Menschen wie Kerstin und Wolfgang in Erinnerung. Menschen, die mit Wissen, Begeisterung und großem Engagement zeigen, wie wertvoll unsere Bäche und Flüsse sind.