Bericht von Hanns Friedrich, Kulturreferent Landkreis Rhön-Grabfeld:
„Wir haben die Storchenfamilie gesehen… erfuhren mehr über Tiere und Pflanzen im Vogelschutzgebiet Merklach… und wurden am Berghäuschen mit Musik begrüßt.“ Eindrücke der Wandergruppe, die sich am Sonntagmorgen von der Trinkkur- und Wandelhalle aufmachte, um mit Rangerin Kerstin Kaupert den neuen Grabfeld Panoramaweg offiziell zu eröffnen. Mit dabei Bürgermeister Frank Helmerich, sein Vorgänger Thomas Helbling und Haßberge Tourismus Geschäftsführerin Susanne Volkheimer.
Der neue Rundweg hat eine Länge von 11,5 Kilometern und wurde in Zusammenarbeit mit dem Haßberge Tourismus e.V., der Frankentherme und der Stadt Bad Königshofen eingerichtet. Es ist eine Erlebnistour, die aus der Kurstadt Bad Königshofen in die idyllische Landschaft des Fränkischen Grabfeldgaus führt. Startpunkt ist die Trinkkur- und Wandelhalle der FrankenTherme Bad Königshofen. Hier kann man sich beim Aufbruch noch mit einem Schluck Heilwasser aus den beiden Thermalquellen stärken. Durch den Kurpark führt der Weg dann über den Freizeitpark am Brügel, vorbei am ehemaligen Freischwimmbad entlang der Fränkischen Saale.
Die „blaue Lebensader des Grabfeldes“ weist den Wanderern den Weg in Richtung Vogelschutzgebiet Ipthausen und Merklach zum Berghäuschen. Nach dem Zusammenfluß der beiden Quellen bei Alsleben und Oberessfeld schlängelt sich die Fränkische Saale in Richtung Bad Königshofen, Bad Neustadt, Bad Kissingen und fließt bei Gemünden in den Main, erfuhren die Gäste. Erster Haltepunkt waren die Au- und die Riedmühle. Hier sind teils noch die Staustufen erkennbar oder auch das Mühlrad. Rangerin Kerstin Kaupert wusste dazu, dass die Mühle erstmals um 1500 als „Bey der Aw Mullen“ erwähnt wird, dann wieder 1621 und 1749. Nicht weit davon entfernt steht die Riedmühle. Sie ist bereits 1317 unter dem Namen „Riethmul“ erwähnt und zählt damit zu den ältesten Mühlen entlang der Fränkischen Saale im Grabfeld.
Von da führt der Weg zu den grabfeldtypischen Eichenmischwäldern und in ein Vogelschutzgebiet am Rand der „Merklach“ bei Ipthausen. Dort sah die Wandergruppe den Rotmilan und auch den Graureiher. „Hier gibt es zwar den Pirol, der aber leider heute nicht zu hören ist,“ sagte die Rangerin der Gruppe. Vorbei an der „Erikabank“, wo Kerstin Kaupert ein Gedicht von Erika Jeger vortrug, nach der die Bank benannt ist, war dann das Berghäuschen der nächste Haltepunkt. Hier erwarteten drei Musiker der Promiband die Gäste zu einem Imbiss, spendiert von der Frankentherme Bad Königshofen. Informationstafeln gaben den Wanderern Einblicke in die Geschichte des Berghäuschen und, dass hier einmal die „Blankenburg“ stand. Weit schweifte der Blick ins Grabfeld und die Haßberge.
Auf dem Rückweg lohnte sich ein Blick in die Wallfahrtskirche Ipthausen, mit einer Erklärung des ehemaligen Pfarrers Linus Eizenhöfer vom Band. Das schmucke Rokoko-Kirchlein gilt als „eine der schönsten Dorfkirchen Frankens". Seine große Beliebtheit verdankt es unter anderem dem prachtvollen Deckengemälde von Georg Anton Urlaub, das unverkennbar den Einfluss des berühmten Venezianer Malers Giovanni Battista Tiepolo verrät. Der Hochaltar des Barockbildhauers Johann Joseph Kessler und Altarbilder des Grabfeldmalers Johann Peter Herrlein vervollständigen den Kunstgenuss. Die mehr als 250 Jahre alte Kirche war einst ein bekannter Wallfahrtsort. Davon zeugen heute noch Bildstöcke und biblische Darstellungen an der Birkenallee, dem historische Wallfahrtsweg. Über diesen führte der Weg zurück zur Trinkkur- und Wandelhalle.
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