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“Gut gebaut??? – Biber in Naturparken

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Biber in weiten Teilen Europas durch Bejagung ausgerottet. Ein Jagdmotiv war das sog. „Bibergeil“ (Castoreum), ein Sekret aus den Drüsensäcken des Bibers, welches den Tieren zur Fellpflege und zur Reviermarkierung dient.

Biber auf Futtersuche – Copyright: VDN/Beatrix Schmidt

Biberburg – Copyright: VDN/Peter Meyer

Biber hat Hunger – Copyright: VDN/Peter Meyer

Biberdamm – Copyright: Naturpark Sternberger Seenland

Es beinhaltet unter anderem Salizylsäure, den Grundstoff des Medikaments Aspirin. Bibergeil wirkt daher fiebersenkend, schmerzlindernd und antirheumatisch. Durch Auswilderungen und konsequenten Schutz konnten sich die Biberbestände in den vergangenen Jahrzehnten wieder erholen. In Deutschland leben heute wieder rund 20.000 Tiere.

Das Zentrum eines Biberrevieres bildet die Biberburg. Sie besteht aus Ästen, die zu einem Haufen zusammengetragen und mit Schlamm, Erde und Pflanzenmaterial abgedichtet werden. Im Inneren der Burg befinden sich Kammern in denen die Biber den Tag verbringen und schlafen. In die Burg führen Erdröhren deren Eingänge immer unter dem Wasserspiegel liegen.

Bei Bedarf baut der Biber Staudämme. Ziel des Dammbaus ist es, über dem Eingang zum Wohnbau einen ausreichenden Wasserstand und um die Burg herum einen schützenden Wasserbereich zu sichern.

Der Biber ist das einzige Lebewesen, welches seinen Lebensraum in diesem Umfang aktiv wasserbaulich gestaltet. Positiv ist hierbei, dass Wasser in der Landschaft gehalten wird und die Auswirkungen sommerlicher Trockenperioden weniger gravierend ausfallen. Der Biber baut Dämme, wenn der vorhandene Lebensraum nicht optimal ist. Durch die Dämme sorgt der Biber für Überstauungen und Wiedervernässungen, die für die Entwicklung von Feuchtlebensräumen und Mooren von Vorteil sindDer Biber kann mit seiner Bautätigkeit jedoch auch schwerwiegende Probleme verursachen: Ohne ein fachkundiges Bibermanagement kann es lokal unter Umständen zu einer unkontrollierten Überflutung von u.a. Acker- und Wiesenflächen kommen oder Uferbereiche können wegbrechen.

Biber sind reine Vegetarier. Im Frühling und Sommer werden vor allem krautige Wasserpflanzen und Pflanzen im Uferbereich gefressen; im Herbst und Winter ernähren sie sich dann von Rinde, Knospen und dünnen Zweigen.

Um an diese Nahrung zu gelangen, werden ganze – meistens junge – Bäume gefällt. Die nahrhaften Teile werden nicht gleich gefressen, sondern zunächst zu einem Fressplatz in Ufernähe gebracht.

Erlebnistipp!

Wer mehr über Biber erfahren möchte, kann ihren Lebensraum im Rahmen einer geführten Exkursion beispielsweise durch den Naturschützer Claus Haubensack erkunden.Neben Informationen zur Lebensweise und Verbreitung des Bibers ist die begehbare künstliche Biberburg die Attraktion.

In vielen Seen und Fließgewässern des Naturparks Haßberge lebt der Biber Seite an Seite mit Graugänsen und Fischreihern. Auf der geführten Tourn kann mit etwas Glück, Geduld und Ruhe vielleicht sogar den einen oder anderen Baumeister bei der Arbeit beobachten!

Die Führung ist am Sonnatg den 8.03.2015, von 14.00- 16.00 Uhr
Erwachsene 4,50 €, Kinder ab 12 Jahre 2,00 €

Treffpunkt:
An der großen Schranke des Life- Natur-Erlebnispfades zwischen Ketzgau und Sand.

Anmeldung unter:
www.vhs-hassberge.de

 

 

Steckbrief  „Biber“

Copyright: Naturpark Sternberger Seenland

Wissenschaftlicher Name:

Castor fiber

  • Größe:
    Körper 70-100 cm + Schwanz 30-35 cm

  • Gewicht
    bis zu 30 kg

  • Lebenserwartung:
    15-17 Jahre

  • Besondere Kennzeichen:

    • braunes Fell

    • breiter, platter, beschuppter Schwanz (Biberkelle)

    • kleine Ohren

    • kurze Beine

    • dämmerungs- und nachtaktiv

  • Nahrung:
    Sumpf- und Wasserpflanzen, Blätter, Zweige, Rinde von Weichhölzern

  • Fortpflanzung:
    2-3 Junge im April/Mai
    (Tragzeit: 15 Wochen)

  • Bevorzugte Umgebung:
    stehende und fließende Gewässer in lichten Wäldern

  • Besondere Verhaltensweise:
    Bau von Biberdämmen zum kontrollierten Aufstauen fließender Gewässer

Quelle: Biberzentrum Rheinland-Pfalz www.biberzentrum-rlp.de