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Der Weißfichtensee musste Wasser lassen

Der Weißfichtensee dient dem Erhalt des seltenen Edelkrebses. Dieser reagiert empfindlich auf Verunreinigungen und Störungen in seinem Lebensraum. Der Weißfichtensee sollte daher frei von Fischen sein. Einige Fischfreunde setzen trotzdem immer wieder Fische im See aus.

Gerade Karpfen sind ein großes Problem, da sie einen enormen Nährstoffeintrag im Wasser verursachen, durch ihren Kot, aber auch durch das ständige aufwühlen des Schlamms bei der Futtersuche.

Die Krebse finden keine Ruhe mehr, wenn sie von Fischen immer wieder aufgescheucht werden, und junge Krebse werden von ihnen gefressen.

Daher hat sich der Staatsforst, dem der See gehört, in Absprache mit dem Naturpark und der Fischereibehörde dazu entschlossen, den See ab zu lassen, um die Fische ab zu fangen und den See wieder fischfrei zu bekommen.

Neben großen Speisekarpfen kamen sogar stattliche Hechte zum Vorschein, die in keinem Fall auf natürlichem Weg in den See gelangt sein können.

In diesem Zuge mussten auch die Krebse abgefangen und vorrübergehend umgesiedelt werden. So konnte der erfreulich gute aktuelle Zustand der Krebspopulation einmal kontrolliert werden.

Das Ablassen des Wassers bewirkt, neben der Möglichkeit zur Entfernung des Fischbestandes, auch das Schwebstoffe abgespült werden und ein absetzen des Seegrundes durch den fehlenden Auftrieb des Wassers, was sich auch positiv auf die Wasserqualität auswirkt.

Der See muss sich nun wieder selbstständig durch Quellwasser und Niederschläge füllen, dies wird bei der Trockenheit relativ lange dauern. Im Frühjahr oder Sommer wäre der See nicht mehr vollgelaufen, daher ist mit dem Ablassen im Spätherberst der richtige Zeitpunkt gewählt worden. So bleibt nur auf ausreichend Niederschläge zu hoffen, um die Krebse nach der Winterruhe im Frühjahr wieder nachhause zurück zu setzen.

Wir hoffen, dass langfristig keine Fische mehr im See ausgesetzt werden. Der Weißfichtensee ist kein Fischteich oder Angel-See.