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Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen

Wilde Malve statt Kanadischer Goldrute, Margeriten statt Chrysanthemen – heimische Pflanzen in privaten Gärten und auf öffentlichen Grünflächen sind ein Gewinn für Mensch und Natur.

Die Akelei ist selten in den Gärten, dabei ist ihre Blüte wirklich außergewöhnlich und ihre Ansprüche sind nicht zu hoch. Die heimischen Arten sind bei Insekten sehr beliebt. Es gibt auch amerikanische Akeleien, diese sind für unsere Insekten nicht nutzbar. Die amerikanischen Verwandten werden nämlich normalerweise von Kolibries bestäubt, also Vorsicht beim Kauf.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Viele Menschen haben den Wert der Artenvielfalt für Natur und Mensch erkannt und sind auch bereit sich hierfür zu engagieren.“

Insektenfreundliches und zugleich regionales Pflanzgut sollte sowohl in privaten Gärten, als auch in öffentlichen Grünanlagen und auf Betriebsgeländen verwendet werden. Wer sich über heimische Stauden informiert und sie auch pflanzt, hilft konkret, schnell und nachhaltig, um den Insektenschwund aufzuhalten.

BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: „Fehlen heimische Blühpflanzen, bedeutet das weniger Lebensraum, Nahrung, Nistmöglichkeiten und Überwinterungsplätze für Insekten. Fehlen die Insekten, fehlt ein Puzzleteil im großen Ganzen – in der Natur und ihren Leistungen für uns Menschen. Insekten sind schließlich nicht nur Nahrung für Fische, Vögel und Säugetiere. Insekten sind unsere wichtigsten Pflanzenbestäuber und sorgen so auch für unsere tägliche Ernährung. Darüber hinaus tragen sie zur Humusbildung und Bodenbelüftung sowie sogar zur Selbstreinigung von Gewässern bei und erfreuen zusammen mit bunt blühenden Pflanzen das Auge. Wir brauchen die Insekten – und sie die Unterstützung von uns allen.“

Gärtnereien und Gartenbaubetriebe könnten ein großes Angebot an heimischen Wildpflanzen im konventionellen Gartenhandel etablieren. Gehandelt werden sollten nicht nur Samen, die oftmals nur eine Saison wirken, sondern fertig gezogene Stauden im Topf wie zum Beispiel Wiesen-Flockenblume, Heide-Nelke oder Echte Schlüsselblume. Die Staudenanzucht aus zertifiziertem Regio-Saatgut stellt dabei die ökologische Qualität des Pflanzgutes sicher. Neben der Insektenfreundlichkeit und Regionalität der Wildpflanzen spielt auch die Nachhaltigkeit der Produktion eine wichtige Rolle. So soll beispielsweise Plastik vermieden und der Einsatz von Torf und Pestiziden reduziert werden.

Das neue Projekt „Insektenfreude“ aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz fördert all das nun erstmals mit Mitteln des Bundesumweltministeriums in Höhe von rund 590.000 Euro. In der Region Niederrhein soll das Pilot-Projekt in die Tat umgesetzt werden. Workshops und Schulungen für Mitarbeitende von Gartenbaubetrieben sowie die Beratung von Firmen, Großabnehmern sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sollen den Aufbau eines stabilen Marktes für regionales Pflanzgut unterstützen. Mit einer bundesweiten Regio-Pflanzgut-Tagung wollen die Projektverantwortlichen teilnehmende Betriebe der Pflanzgutproduktion und Vermarktung miteinander vernetzen und den Erfahrungsaustausch fördern und damit einen Anstoß für ähnliche Projekte, sogar grenzübergreifend aus den Niederlanden und Belgien, geben.

Einen Projekt-Steckbrief und weitere Informationen findet Ihr hier.