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„Wildbienen Id BienABest“

erstellt am 28.06.2021 (zuletzt geändert: 29.06.2021)

Bienen erkennen mit einer neuen App

Die meisten Menschen kennen Honigbienen. Wie viele unterschiedliche Wildbienenarten es gibt, wissen die Wenigsten. Im Projekt „BienABest“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird, ist nun eine App zur Bestimmung von Wildbienen entwickelt worden, die für Laien und Profis gleichermaßen geeignet ist. Eine einfache Handhabung, die übersichtliche Struktur und zahlreiche hochaufgelöste Fotos von Wildbienen ermöglichen den Vergleich der beobachteten Bienen und führen schnell zur richtigen Art und ihrer Beschreibung. Die kostenlose Basisversion der App enthält mit 100 Wildbienen und der Honigbiene die häufigsten und auffälligsten Arten in Deutschland. 

Die App „Wildbienen Id BienABest“Die Basisversion der App „Wildbienen Id BienABest“ ermöglicht es auch Interessierten ohne Vorkenntnisse, Bienen in ihrer natürlichen Umgebung zu bestimmen. Jede der in der App hinterlegten 101 Bienenarten wird mit sehr detailreichen und hochaufgelösten Fotos dargestellt. Die sogenannten Stackingaufnahmen wurden von Wildbienenexpert*innen mit Stereolupe erstellt, so dass sich alle wichtigen Be-stimmungsmerkmale wie Körperform, Farbe des Hinterleibs und Behaarung gut erkennen lassen. Gelangt man durch die Bestimmungsfunktion zu zwei sehr ähnlichen Arten, hilft das Feature „Vergleichen“: Hier können Bilder der Bienenarten direkt gegenübergestellt werden. 

Wildbienen in Gefahr

 Zu den Bienen zählen in Deutschland neben der bekannten Honigbiene 560 Arten von Wildbienen, darunter auch fast 40 Hummelarten. Knapp die Hälfte der Bienenarten in Deutschland sind in der aktuellen bundesweiten Roten Liste, die im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, als bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben ausgewiesen. Der Rückgang der Wildbienen und der Insekten insgesamt gefährdet wichtige Ökosystemleistungen wie die Bestäubung von Pflanzen. Fast 80 Prozent der heimischen Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Die Artenvielfalt der Wildbienen sichert die effiziente Bestäubung von vielen Nutzpflanzen wie Obstbäumen, Erd- und Heidelbeeren und Ackerfrüchten wie Raps, Sonnenblume und Ackerbohne. Der wirtschaftliche Wert der Produkte, die von Bestäubungsleistungen abhängen, wird global auf 235 bis 577 Milliarden US-Dollar geschätzt (IPBES 2016).

Das Projekt „BienABest“ 

Das Projekt „BienABest“ wird von 2017 bis 2023 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert. Das gemeinsame Projekt des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI e.V.) und der Universität Ulm hat das Ziel, den Rückgang der Wildbienen zu stoppen und ihre Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern und zu steigern. Dazu werden an 20 Standorten in sieben Bundesländern standardisierte Wildbienenweiden auf Ackerflächen und in der Nachbarschaft von Naturschutzgebieten angelegt sowie Nisthügel für im Boden nistende Wildbienenarten geschaffen. Ziel ist es, die Nahrungs- und Nisthabitate so zu optimieren, dass die Bestände gefährdeter und rückläufiger Wildbienenarten langfristig gesichert und gesteigert werden können. Gleichzeitig werden durch die Maßnahmen auch andere blütenbesuchende Insekten sowie deren Räuber gefördert, sodass sich das Projekt positiv auf die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft auswirkt.

Standardisierte Erfassung von Wildbienen im Feld 

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes „BienABest“ ist die Erarbeitung von standardisierten Erfassungsmetho-den als Basis für ein systematisches Langzeit-Monitoring für Wildbienen. Die im Projekt entwickelte App „Wildbie-nen Id BienABest“ kann diese Erfassungsmethoden durch eine bestandsschonende Bestimmung von Wildbienen im Feld unterstützen. Viele Wildbienen können damit lebend vor Ort bestimmt werden. Zahlreiche Fotos bieten einen direkten Vergleich mit dem beobachteten oder in Einzel-fällen von Expert*innen kurzzeitig gefangenen Insekt, das nach der Bestimmung wieder freigelassen wird. Die mit der App erfassten Daten könnten neben der Weiterbil-dung und dem Erkenntnisgewinn der App-Nutzer*innen somit zukünftig auch Hinweise über die Bestandsent-wicklung der Wildbienen in Deutschland liefern.

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