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erstellt am 28.10.2021

Grünes Band erlebbar machen

Pilotprojekt in Thüringen gestartet 

Der Deutsche Wanderverband (DWV) entwickelt eine neue Wanderwegekonzeption für das Grüne Band in Thüringen. Bei der Auftaktsitzung der Steuerungsgruppe am 26. Oktober stellte der DWV die Planungsschritte und Leitplanken für sein naturtouristisches Entwicklungskonzept in Erfurt vor.

Das Grüne Band grenzt an den Naturpark Haßberge und ist im Raum Trappstadt bereits viele Jahre ein beliebtes Wanderziel. Der Naturpark hat daher seit einigen Jahren die Erlebnistour - Mit dem Grenzgänger auf dem grünen Band gemeinsam mit den Thüringer Nachbargemeinden aufgebaut. 

Vergleichbare Touren sollen nun in Thüringen an anderen Stellen des Grünen Bandes entstehen.

Das Grüne Band entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ist ein weltweit einzigartiger Biotopverbund, dessen besonderer Schutz nicht hoch genug einzuschätzen ist. Doch nicht nur Naturschätze gibt es entlang des Grünen Bandes zu entdecken, auch Zeugnisse der jüngsten deutschen Geschichte werden sichtbar. Das Grüne Band steht für die Überwindung der Teilung und ist damit zum Symbol für die Einheit Deutschlands geworden. Um dieses besondere Erbe zu schützen und zugleich erlebbar zu machen, hat das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz eine Zuwendung für das naturtouristische Wanderwegekonzept „Wanderbares Grünes Band“ bewilligt. Als anerkannter Naturschutzverband und Tourismus- und Gesundheitsakteur bildet der Deutsche Wanderverband (DWV) eine einzigartige Schnittstelle zwischen Dialogpartnern für Naturerleben und nachhaltigem Wandertourismus. Die Fördermittelzusage für das besondere Pilotprojekt in Thüringen hatte der DWV im Juli erhalten.

In Erfurt stellte der DWV seine Planungsschritte und Leitplanken für das naturtouristische Wanderwegekonzeption der neugegründeten Steuerungsgruppe am 26. Oktober vor. Dieses ist ein interdisziplinär berufenes Gremium wichtiger Partnerorganisationen Thüringens. Dem Gremium gehören u.a. neben dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN), der Stiftung Naturschutz Thüringen, BUND Landesverband Thüringen und Thüringer Wanderverband auch Vertreter*innen aus den Nationalen Naturlandschaften, dem Tourismus, von ThüringenForst und dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft an. Darüber hinaus werden im Projekt bald auch Vertreter*innen aus angrenzenden Kommunen und Landkreisen eingebunden, umso Bedarfe und wertvolle Hinweise bei der Entwicklung der Wanderwegekonzeption miteinfließen zu lassen.

„Ein wesentliches Ziel des Projektes ist es, diesen emotional für viele Menschen aufgeladenen Raum auf naturverträgliche und respektvolle Weise durch attraktive Wanderangebote noch besser erlebbar zu machen. Das Grüne Band wird so zum Erlebnisraum voller Wanderschätze“, so DWV-Projektleiterin Ute Dicks. Ziel des Pilotprojektes ist es, das Wanderpotential entlang des Grünen Bandes zu bewerten und zu zeigen, wie Wandern und Naturschutz dort harmonisch zu vereinen sind. Der Fokus bei dem geplanten Wegekonzept liegt auf Halb- und Tagestouren, ergänzt um einzelne Mehrtagestouren. So sollen auch Etappen von kreuzenden oder begleitenden Fernwanderwegen in das Wanderwegekonzept des Grünen Bands integriert werden. Neben Begehungen und Einbindung der Vor-Ort Kenntnissen von beteiligten Kommunen und Landkreise werden auch Befragungen an potentielle Nutzer*innen vorgenommen. „In der Auftaktsitzung wurden in konstruktiver und kompetenter Runde die vielschichtigen Anforderungen an das Projekt deutlich. Den Teilnehmenden war wichtig, dass alle Stimmen gehört werden und das die Alleinstellung des Erlebnisraum Grünes Band für die Besuchenden greifbar und wahrnehmbar wird“, so Erik Neumeyer, ebenfalls Projektleiter.

Der Freistaat Thüringen hat das „Grüne Band Thüringen“ im Dezember 2018 als Nationales Naturmonument unter Schutz gestellt.

Der Stiftung Naturschutz Thüringen, als größtem Flächeneigentümer und erfahrenem Akteur am Grünen Band in Thüringen, wurde die Trägerschaft für dieses Schutzgebiet übertragen. Der Einbezug von bestehenden Netzwerkstrukturen der Akteur*innen vor Ort spielt für den DWV bei dem Pilotprojekt eine entscheidende Rolle.

Das Projekt läuft vom 1. September 2021 bis zum 30. November 2022.

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